Tram für Spandau

Spandau wird in den nächsten Jahren ein beträchtliches Wachstum zu erwarten haben. Tausende Wohnungen werden in den kommenden Jahren gebaut.

Doch schon jetzt ist die Verkehrsinfrastruktur nicht ausreichend, um dem aktuellen Bedarf gerecht zu werden.

Kaum ein anderer Bezirk ist so schlecht vom Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erschlossen wie Spandau. Der gesamte ÖPNV wird in Spandau über den Bahnhof Rathaus Spandau abgewickelt. U- und S-Bahn enden hier.  Von dort wird Spandau nur noch mit Bussen erschlossen. Wir wollen den ÖPNV besonders stärken und hier in großen Schritten denken.

In keinem anderen Berliner Bezirk ist der ÖPNV so sehr auf den Busverkehr angewiesen wie in Spandau. Die Probleme erfahren die Nutzer jeden Tag, die Busse sind überfüllt und oft verspätet. Der Bahnhof Rathaus Spandau ist die am stärksten belastete Bushaltestelle in ganz Berlin. Alle Spandauer Buslinien führen über diesen Bahnhof. Es sind sogar mehr Buslinien und Fahrzeuge als am Bahnhof Zoo. Daher sind Möglichkeiten, den Busverkehr in Spandau auszubauen, indem etwa die Taktfrequenzen erhöht werden, kaum mehr gegeben. Der Bus ist das unattraktivste Beförderungsmittel im ÖPNV. Deshalb wird er in Spandau so wenig wie in keinem anderen Bezirk genutzt.

Deshalb muss einiges getan, werden um die Attraktivität des ÖPNV in Spandau zu erhöhen. Um den Herausforderungen einer wachsenden Stadt gerecht zu werden, bedarf es jetzt konkreter Planung. Viel zu lange wurde dies versäumt. Nötig ist eine Planung, die einerseits in absehbarer Zeit Besserung schafft und andererseits visionär genug ist, um den Ansprüchen kommender Generationen gerecht zu werden.

Unser zentrales Anliegen ist es eine lebenswerte Stadt zu schaffen.

Vorteile der Straßenbahn

Vorteil gegenüber Bus

  • Die Straßenbahn hat eine deutlich höhere Kapazität. Bis zu 300 Menschen kann ein Zug transportieren. Dies sind mehr als doppelt soviele wie beim Busverkehr.
  • Die Straßenbahn bietet eine deutlich höhere Geschwindigkeit. Mit bis zu 60 km/h ist die Straßenbahn auf einem eigenen Gleisbett unterwegs und zum großen Teil unabhängig vom Stau. Auch der Ein- und Ausstieg geht schneller. Es können alle Türen genutzt werden und die Fahrerin/der Fahrer wird nicht mehr mit dem Kassieren oder dem Auslegen der Rampe aufgehalten.
  • Dadurch, dass die Straßenbahn viel weniger Störfaktoren ausgeliefert ist, erreicht sie eine deutlich höhere Pünktlichkeit.
  • Die Straßenbahn bietet eine deutlich bessere Barrierefreiheit. Fahrgäste mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl können sich über den gesamten Zug verteilen. Das Ein- und Aussteigen ist bequem, ohne dass durch fremde Hilfe eine Rampe ausgelegt werden muss.
  • Die Straßenbahn ist abgasfrei. Es entstehen keine gesundheitsschädlichen Abgase in der Stadt. Mit der richtigen Energiequelle ist dies sogar CO2-neutral und somit gut für die Umwelt. Straßenbahnen sind die beste Lösung, den Verkehr auf Elektromobilität umzustellen.
  • Die Straßenbahn bietet eine deutlich bessere Komfort. Die Fahrzeuge sind geräumiger, und das Fahrverhalten ist ruhiger.

Vorteil gegenüber U-Bahn

Schon in den 70er Jahren, als man die Städte autogerecht umgebaut hat, gab es Pläne, die U-Bahn-Linien U2 und U7 in Spandau zu verlängern. Diese Pläne werden immer wieder ins Gespräch gebracht. Wir halten jedoch diese Pläne für ungeeignet.

  • Die Baukosten für die Straßenbahn liegen pro Kilometer 85 – 90 % niedriger als bei U-Bahnen. Mit dem Geld für 1 km U-Bahn können 10 km Straßenbahn gebaut werden.
  • Die Bauzeit für eine Straßenbahnstrecke ist deutlich kürzer. Schon die Planung einer U-Bahn-Strecke ist umfangreicher. Wer also bei der Lösung der Verkehrsprobleme auf die U-Bahn setzt, der sitzt die Probleme aus. So werden auch in Jahrzehnten die Verkehrsprobleme in Spandau nicht gelöst sein.  
  • Die Haltestellendichte ist geringer. Im Abstand von 400 – 500 m sind Haltestellen verfügbar. Somit sind die Wege deutlich kürzer.
  • Das Sicherheitsgefühl ist deutlich höher. Ob U-Bahn-Bahnhöfe oder die Fahrt durch Tunnel – für viele Menschen entstehen bei der U-Bahn Angstgefühle. Diese sind bei der Straßenbahn so nicht vorhanden.
  • Auch gegenüber der U-Bahn ist die Straßenbahn bei der Barrierefreiheit im Vorteil. Es sind keine Treppen oder Aufzüge notwendig.

Vorteile für die BVG und den Steuerzahler

  • Die Betriebskosten einer Straßenbahn sind geringer. Strom ist günstiger als Benzin und Diesel. Insbesondere in Zeiten immer knapper werdender Rohölreserven.
  • Die Fahrzeuge haben eine deutlich längere Lebensdauer.
  • Es wird weniger Fahrpersonal benötigt. Mit weniger Fahrzeugen können dennoch mehr Fahrgäste transportiert werden. Dies ist nicht nur eine beträchtliche Kostenersparnis, denn die BVG hat zunehmend Schwierigkeiten, genügend Fahrerinnen und Fahrer zu finden. Dieses Problem wird sich in Zukunft noch verstärken.  

Geplantes Netz, 1. Streckenabschnitt

Die Strecke beginnt am Johannesstift und führt von dort zur Streitstraße. Dies kann entweder an der Hakenfelder Straße geschehen, wo es zwei Schulen und dichter Wohnungsbau vorhanden ist, oder über die Wichernstraße, wo noch immer Schienen der Strecke aus früheren Zeiten liegen. Über die Streitstraße und die Neuendorfer für die Strecke weiter bis zum Rathaus Spandau. Von dort soll die Strecke dann weiter führen über Klosterstraße und Wilhelmstraße bis zur Heerstraße.

Die Siedlungen entlang dieser Strecke haben die höchste Einwohnerdichte von ganz Spandau. Die Busse die heute hier unterwegs sind gehören zu den überlastet Lienen in ganz Berlin. Diese Strecke hat eine Gesamtlänge von 7,4 km

Das dieser Abschnitt so schnell wie möglich mit einer Straßenbahn versehen werden muss wird noch einmal besonders deutlich, wenn man sich vor Augen hält, welche Baumaßnahmen hier in der Planung oder bereits in der Umsetzung sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Pepitahöfe 1024 Wohnungen werden bis zum Ende des Jahres fertig gestellt und sind zum großen Teil auch bereits bezogen worden.

  • Für das Carossa Quartier ist der Bau von knapp über 1000 Wohnungen vorgesehen.  
  • SpeicherBallett an der Parkstraße sind 600 Wohnungen geplant, Gewerbe, eine Kita sowie Künstlerateliers
  • Auf dem ehemaligen Postgelände gegenüber den Arcaden soll ein neues Quartier entstehen, welches auch schon als der Potsdamer Platz von Spandau bezeichnet wird. Hier werden Geschäfte, ein Hotel, Büros und auch Wohnungen enstehen.
  • Für die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne gab es ursprünglich Pläne von 2.000 Wohnungen. Doch inzwischen gibt es Pläne, dass dort ein großer Standpunkt der Bundespolizei entstehen soll.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Bezirkskarte von Spandau (2008) / Bezirksamt Spandau von Berlin, Fachbereich Vermessung und Geoinformation mit Änderungen von Bündnis 90/ Die Grünen Spandau

Geplantes Netz, 2. Streckenabschnitt

Das Streckennetz könnte dann mit drei weiteren Streckenabschnitten ergänzt werden.

Abgehend von der Streitstraße führt eine Strecke über die Rauchstraße und die Daumstraße bis zum U-Bahn-Bahnhof Haselhorst. Hier in der Wasserstadt werden in den nächsten Jahren mindestens 5.000 Wohnungen gebaut. Der Bau der ersten Wohneinheiten hat bereits begonnen. Diese mit einem leistungsfähigen Verkehrsmittel zu erschließen ist unerlässlich. 
Dieser Abschnitt hat eine Länge von 3,7 km. 

Eine weitere Strecke führt vom Falkenseer Platz über die Falkenseer Chaussee in Richtung Falkenhagener Feld. Von dort soll die Strecke über den Klosterbuschweg führen, wo wir den Bau eines neuen S-Bahnhofs erreichen wollen. Der zusätzliche Bahnhof soll dazu beitragen das nicht alle Spandau über das Rathaus Spandau müssen um in die Berliner Innenstadt zu gelangen. Auch die Busse ins Falkenhagner Feld sind bereits heute vollkommen überlastet. Dieser Abschnitt hat eine Länge von 4 km.

Eine dritte Strecke soll von der erste Strecke an der Wilhelmstraße entlang der Heerstraße bis nach Hahneberg verlängert werden, um unter anderem die Siedlung Heerstraße Nord einzubinden. Dieser Abschnitt hat eine Länge von 3 km

 

© Bezirkskarte von Spandau (2008) / Bezirksamt Spandau von Berlin, Fachbereich Vermessung und Geoinformation mit Änderungen von Bündnis 90/ Die Grünen Spandau

Unser Tramflyer zum Download.