Grüner Integrationstag in Spandau mit Bettina Jarasch

Freitag, 7. September 2018, 10:00 UhrBis 07.09.2018 21:00 Uhr Spandau

Integration heißt Zusammenhalt, Integration stärkt Zusammenhalt
Integrationstag in Spandau am 7. September 2018

Am 7. September veranstalten Bündnis 90/Die Grünen in Spandau zusammen mit Bettina Jarasch einen Integrationstag, der unter der Überschrift „Integration heißt Zusammenhalt. Integration stärkt Zusammenhalt“ steht. Wir fragen: Wie kann gute Integrationspolitik Brücken bauen für alle, die in unserer Gesellschaft leben: Alteingesessene und Zugezogene, Alte und Junge, Arbeitssuchende mit und ohne Ausbildung.

Integration muss nicht nur als Problem, sondern kann auch als Chance gesehen werden, nämlich die Chance unsere Gesellschaft durchlässiger und gerechter für alle zu gestalten. Gerade eine Gesellschaft, die diverser wird, hat das Potenzial feste Systeme aufzubrechen, z.B. indem die Jobcenter ihre festen Strukturen und Verfahren verändern müssen. Es soll also beim Integrationstag nicht nur um Integration von Geflüchteten gehen, sondern darum zu verstehen, warum Übergänge oft blockiert statt durchlässig sind.

Beim Integrationstag nehmen wir verschiedene Lebensphasen von Schule bis Arbeitsmarkt, aber auch Religion, die Brücke und Barriere sein kann, in den Blick. Wir besuchen Projekte bzw. Einrichtungen in Spandau, die nicht nur ein temporäres Angebot für eine bestimmte Gruppe machen, sondern stattdessen Barrieren für alle beseitigen – und zwar nachhaltig. Eine weitsichtige Integrationspolitik muss Barrieren beseitigen, entweder indem sie Brücken in die Regelsysteme baut oder noch besser, indem sie die Regelsysteme öffnet für eine sich wandelnde Gesellschaft. Davon profitieren dann geflüchtete Menschen, aber auch schon lange hier lebende oder hier geborene Menschen, denen Sprachbarrieren oder mangelndes Wissen über Versorgungsstrukturen und ihre Ansprüche im Weg steht.

10.00-12.00 Uhr: Gesprächsrunde „Willkommensklassen und wie weiter?“
Wie können Willkommensschüler*innen bei ihrem Start, aber auch später in den Regelklassen bedarfsgerecht betreut werden? Bei einer Gesprächsrunde “Willkommensklassen – und wie weiter?” am Hans-Carossa-Gymnasium diskutieren wir mit Schüler*innen, Lehrer*innen, der Schulaufsicht und der Schulleitung fragen wir: Was sind gute Konzepte und Angebote für Willkommensklassen? Was sind die Erfahrungen der Lehrer*innen? Was brauchen die Schüler*innen aus ihrer Sicht für eine erfolgreiche Schullaufbahn und jenseits von Schule? Wie geht es weiter nach der Willkommensklasse? Welche Unterstützung brauchen die Lehrer*innen und Schulen?

14.00-15.30 Uhr: Besuch bei der Spandauer Familienbegleitung
Die Spandauer Familienbegleitung berät Familien zu den Hilfsangeboten vor Ort. Egal ob mit Migrationshintergrund oder nicht, hier finden Familien, die Unterstützung bei der Bewältigung ihres familiären Alltags brauchen, ein vielseitiges Angebot bei Hausaufgabenhilfe, Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche, Beratung bei verschiedenen Problemlagen, Nachbarschaftshilfe, Förderung von Eigeninitiative und interkulturellen Begegnungsmöglichkeiten oder Schulungs- und Förderangeboten bei Erziehungsfragen. Die aufsuchende Unterstützung ist praktisch und niedrigschwellig. https://www.evangelisches-johannesstift.de/jugendhilfe/unterst%C3%BCtzung-f%C3%BCr-familien/familienbegleitung

16.00-17.30 Uhr: Besuch im MVZ Staaken
Auch Gesundheit ist ein Faktor, der von der sozialen Lage und dem Bildungsgrad mitbestimmt wird. Bestimmte Krankheiten oder gesundheitliche Probleme betreffen vor allem Menschen aus einkommensschwachen Familien; die notwendige Gesundheitsversorgung kann auch an mangelndem Wissen über Versorgungsstrukturen oder Sprachkenntnissen scheitern. Das Modellprojekt Sozialberatung in den MVZ-Praxen bietet den Patient*innen vor Ort Unterstützung an, für Fragen, die über die gesundheitliche Versorgung hinausgehen, damit der Zugang zum Regelsystem erleichtert wird: Fragen bei Behördengängen, zum Versorgungs- und Hilfesystem, zu Bildung und Familienberatung. https://anthromed-bb.de/mvz-heerstrasse-nord/

19.00 Uhr Podiumsdiskussion: „Für alle in Spandau: Integration stärkt Zusammenhalt

Ab 19 Uhr laden wir zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion in den Bürgersaal ein.
Bürgersaal, Carl-Schurz-Str. 2/6, 13597 Berlin

Spandau steht vor großen Herausforderungen, es gibt viel Zuzug, viele Brennpunktschulen, viele Jugendliche ohne Abschluss und bei der Langzeitarbeitslosigkeit ist Spandau im Vergleich der Berliner Bezirke seit Jahren auf einem der letzten Plätze. Eine zusätzliche aktuelle Aufgabe ist die Integration von geflüchteten Menschen – in das Bildungssystem, in den Arbeitsmarkt und kulturell. Die neue Diversität bringt Schwierigkeiten mit sich, z.B. Mehrsprachigkeit, Religiosität, Nichtkompatibilität von Ausbildungsabschlüssen, und diese machen deutlich, dass es im Bildungssystem, auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt und auch beim Zugang zum Versorgungs-, Beratungs- und Hilfesystem zu viele Barrieren gibt. Aber auch schon vorher, vor der Aufnahme von Geflüchteten, haben diese Barrieren existiert; denn auch ältere Menschen, Menschen mit fehlender Bildung oder aus sozial schwachen Lagen scheitern an diesen Hürden.

Wie kann eine weitsichtige Integrationspolitik in einer pluralen Gesellschaft den Zusammenhalt stärken, indem sie Barrieren und Hindernisse für alle Spandauerinnen und Spandauer abbaut?
Wie können wir Brücken in Regelsysteme und zu mehr Teilhabe bauen oder – noch besser – wie können wir die Regelsysteme für eine sich wandelnde Gesellschaft öffnen?

Podium:
– Britta Marschke, Geschäftsführerin der Gesellschaft für interkulturelle Zusammenarbeit
– Bürgerplattform Spandau N.N.
– Schulleiter N.N.
– Bettina Jarasch, Sprecherin für Integration und Flucht, Religionspolitik, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus Berlin

Moderation: Golaleh Ahmadi, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen in der BVV Spandau